Fallbeispiel: Ehepaar mit Kindern ohne Einkommen

Wie funktioniert SAFE eigentlich bei einer mehrköpfigen Familie ohne eigenes Einkommen? Nehmen wir als Beispiel den 33-jährigen Zakaria, der mit seiner 29-jährigen Frau Maryam vor einigen Jahren aus Syrien gekommen ist. Als Christen fühlten sie sich angesichts der islamistischen Expansion im Nahen Osten nicht mehr sicher. Inzwischen hat die Familie drei Kinder: ihr Sohn Yacoub ist zehn Jahre alt, der zweite Sohn Ishaq sieben und die Tochter Marta ist jetzt zwei Jahre.

Zakaria hatte zwar ein Jura-Studium in Aleppo absolviert, aber aufgrund der sprachlichen Probleme und des ganz anderen Rechtssystems hier in Deutschland konnte hier nicht mehr in seinem Beruf arbeiten. So war er mehrere Jahre über eine Zeitarbeitsfirma als Lagerarbeiter tätig und kann jetzt einigermaßen das umgangssprachliche Deutsch. Maryam war immer zu Hause bei den Kindern, daher sind ihre Deutschkenntnisse eher schlecht. Yacoub und Ishaq haben durch Kindergarten und Schule recht gut Deutsch gelernt, aber aus Rücksicht auf die Mutter spricht die Familie zu Hause mehr die gewohnte Heimatsprache, das syrische Arabisch.

Seit einem Unfall mit dem Fahrrad hat Zakaria noch immer Schwierigkeiten beim Laufen und laut ärztlichem Gutachten ist fraglich, ob das jemals wieder wird, daher wurde er von der Zeitarbeitsfirma entlassen, sie konnten ihn nicht mehr einsetzen. Aktuell bekommt er ALG I in Höhe von 1.470 EUR, hinzu kommt das Kindergeld mit 765 EUR plus noch Wohngeld von 380 EUR. Insgesamt hat die Familie also 2.615 EUR monatlich zur Verfügung.

Mit SAFE 2.450 EUR und neue Chancen

Nach der Umstellung auf das SAFE-System bekäme die Familie folgende Zahlungen: 500 EUR Basisgutschrift plus übergangsweise 250 EUR Arbeitslosengutschrift für Zakaria, 500 EUR Basisgutschrift werden für Maryam ausgezahlt. Für die Kinder bekommt die Familie 3 x Kindergutschrift à 250 EUR und 3 x Bildungsgutschrift 150 EUR für Kinder unter 13 Jahren (ab dem 14. Lebensjahr sind es dann 250 EUR pro Kind).

Insgesamt ergibt das eine Summe von 2.450 EUR. Dafür entfällt jedoch die Zahlung von Wohngeld und ein Teil des Geldes (nämlich die Bildungsgutschriften von 3 x 150 EUR) können nur zweckgebunden für Bildungsmittel ausgegeben werden. Von daher ist das Geld knapp. Zakaria wird sich daher umschulen lassen auf eine Tätigkeit, bei der er weitgehend im Sitzen arbeiten kann. Und Maryam will mit einem weiteren Deutschkurs nochmals versuchen, die Sprache besser zu lernen, damit sie sich zumindest stundenweise einen eigenen Job suchen könnte. Sie versucht damit auch, ihrer Tochter ein gutes Vorbild zu sein, damit diese später motiviert ist, in der Schule viel zu lernen und hoffentlich noch bessere Berufschancen zu erreichen.