Fallbeispiel: Julia mit 2 Kindern und Härtefallregelung
Was wäre mit SAFE bei Menschen mit einer Behinderung? Julia könnte ein gutes Beispiel dafür sein. Sie ist ganz normal aufgewachsen, ist mit ihrem Freund zusammengezogen, hat zwei Kinder bekommen – und dann kam die Diagnose der Multiplen Sklerose! Seitdem hat sie immer wieder schlimme Schübe, bei denen sie kaum arbeiten kann. Ihr Freund hat versucht, das gemeinsam mit ihr zu schaffen, aber die Partnerschaft ist mit der Zeit dann doch in die Brüche gegangen. Seitdem lebt sie allein mit Sofia (14 Jahre) und Noah (11 Jahre).
Julia hat Versicherungskauffrau gelernt und konnte am Anfang noch im Home Office sechs Stunden am Tag für ein Versicherungsbüro tätig sein. Leider ist die MS-Erkrankung so weit fortgeschritten, dass sie nur noch zwei bis drei Stunden am Tag arbeiten kann – in guten Phasen geht auch mehr, in den schlimmen Phasen geht fast gar nichts. Teilweise braucht sie sogar einen Pflegedienst, der ihr morgens beim Aufstehen und beim Duschen hilft oder auch bei der Hausarbeit zur Hand geht. Glücklicherweise sind die Kinder groß genug, um auch schon einen Teil der Hausarbeit abnehmen zu können.
Julia hat viel Glück mit ihrem Arbeitgeber, er hat Verständnis für ihre Situation und gibt ihr Arbeiten, wo kein zeitlicher Druck vorhanden ist. Aufgrund der niedrigen Stundenzahl verdient sie jedoch nur minimal, nämlich rund 800 EUR im Monat brutto bzw. knapp 700 EUR netto. Damit ist sie zumindest sozialversicherungsrechtlich abgesichert, auch wenn sie damit nie eine Rente erreichen kann, mit der sie im Alter gut leben kann. Hinzu kommen 600 EUR Pflegegeld, plus noch 510 EUR Kindergeld plus noch 600 EUR Unterhaltszahlungen für die Kinder. Weil das Geld nicht ganz reicht, bekommt sie auch noch Wohngeld in Höhe von 290 EUR, das Monatseinkommen beträgt dann insgesamt rund 2.700 EUR.
Eine Härtefallgutschrift hilft der Familie sehr
Mit SAFE wäre die Situation für Julia zwar noch immer schwierig, auch weil zunächst Pflegegeld und Wohngeld entfallen, aber letzten Endes hätte sie finanziell doch mehr übrig: Auf die 800 EUR pro Monat bzw. 9.600 EUR pro Jahr zahlt der Arbeitgeber nochmals rund 21 Prozent, das Arbeitgeberbrutto beträgt damit 11.616 EUR. Von diesem Superbrutto gehen (wie bei jedem Einkommen) 33 Prozent Steuern ab. Das sind 3.833 EUR im Jahr, es bleiben 7.783 EUR übrig.
Dazu kommen noch die Gutschriften obendrauf: da ist zum einen die Basisgutschrift von 6.000 (also 500 pro Monat), dazu noch die Kinder- und Bildungsgutschriften von 10.800 (bzw. 900 pro Monat) und im Fall von Julia, die aufgrund einer Erkrankung nicht voll erwerbsfähig ist, kommt noch eine Härtefallgutschrift in Höhe von 1.000 EUR obendrauf. Unterm Strich hätte Julia also rund 3.050 EUR im Monat, mehr als vorher.
Julia ist fest entschlossen, wenigstens einen Teil des zusätzlichen Geldes in einen ETF-Sparplan anzulegen, um mit etwas Glück bei einer positiven Entwicklung der Finanzmärkte später einmal neben der Altersgutschrift von 1.000 EUR noch ein wenig mehr Geld zur Verfügung zu haben.
