Studie: Wovon Senioren heute leben

Schon seit Jahren wird gewarnt, dass die Rente einmal kaum reichen wird und die Deutschen daher vorsorgen sollten. Da wäre natürlich interessant zu erfahren, wie es um die Altersversorgung der heutigen Senioren bestellt ist. Dieser Frage hat sich die WHU – Otto Beisheim School of Management im Auftrag von Union Investment angenommen und eine Studie erstellt, wie Menschen im Ruhestand tatsächlich über die Runden kommen – also nicht nur mit der gesetzlichen Rente, sondern insgesamt. Das Ergebnis: Die staatliche Rente ist wichtig, aber längst nicht alles. Man könnte sagen: Sie ist eher so etwas wie die Basis – der Rest muss irgendwie dazukommen.

Fast 3000 Euro im Schnitt – klingt gut, oder?

Im Durchschnitt stehen Rentnern rund 2.988 Euro im Monat zur Verfügung. Klingt erstmal ordentlich. Aber: Das Geld kommt aus verschiedenen Quellen. Neben der gesetzlichen Rente fließen oft noch Pensionen, zusätzliche Vorsorge oder kleinere Nebeneinkünfte mit rein. Gerade bei ehemaligen Beamten oder bestimmten Berufsgruppen hebt das den Schnitt ordentlich an.

Schaut man sich die „jüngeren Alten“ zwischen 60 und 69 an, wird’s schon etwas bodenständiger: etwa 2605 Euro im Monat. Davon stammt aber nur ein Teil aus der gesetzlichen Rente. Viele arbeiten noch ein bisschen nebenbei oder greifen auf zusätzliche Vorsorge zurück.

Und ein interessanter Punkt: Wer in den eigenen vier Wänden lebt, hat einen echten Vorteil. Denn mietfrei wohnen spart bares Geld – das wird in der Rechnung sogar als eine Art „Einnahme“ gewertet. Heißt übersetzt: Eigentum zahlt sich im Alter richtig aus.

Mehr Ausgaben als Einnahmen – wie kann das sein?

Jetzt kommt der kleine Dämpfer: Viele Rentner geben mehr Geld aus, als sie tatsächlich einnehmen. Klingt erstmal widersprüchlich, ist aber wohl recht einfach erklärt – sie greifen auf Erspartes zurück. Also das klassische „für später sparen“ funktioniert offenbar tatsächlich.

Wenig überraschend: Der größte Kostenblock ist das Wohnen – fast die Hälfte des Budgets geht dafür drauf. Essen macht dagegen nur einen vergleichsweise kleinen Teil aus. Für Reisen, Kultur und Freizeit wird aber noch ordentlich Geld locker gemacht – schließlich will man das Leben ja auch genießen.

Gesundheit? Spielt finanziell erstmal eine kleinere Rolle, zumindest bei den Jüngeren im Ruhestand. Mit zunehmendem Alter steigen diese Kosten aber spürbar an – während Ausgaben für Reisen eher zurückgehen. Verständlich.

Ein Trend fällt besonders auf: Viele Menschen starten ihren Ruhestand allein. In der Altersgruppe 60 bis 69 lebt fast jeder Zweite alleine. Das hat natürlich Auswirkungen aufs Budget – denn allein lebt es sich oft teurer. Kein Wunder also, dass gerade in dieser Gruppe die Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben am größten ist. Wer keinen Partner hat, muss häufiger aufs Ersparte zurückgreifen.

Fazit: Solide, aber nicht sorgenfrei

Unterm Strich zeigt sich: Vielen Rentnern in Deutschland geht es finanziell gar nicht so schlecht – zumindest im Durchschnitt. Aber der Schein trügt ein bisschen. Ohne zusätzliche Einnahmen, Erspartes oder Wohneigentum könnte es schnell enger werden.

Die Rente allein reicht eben oft nicht für ein entspanntes Leben. Oder anders gesagt: Wer im Alter gut dastehen will, sollte sich besser jetzt schon nicht nur auf den Staat verlassen.