Fallbeispiel: Rentnerin Erika, vermögend

Wir haben ein Beispiel für eine Rentnerin mit ganz niedriger Rente und ein Beispiel für einen Rentner mit mittlerem Rentenbezug – aber was wäre mit einer Rentnerin, die durch hohe Rente und eigenes Vermögen jeden Monat noch Einkünfte hat? Auch das lässt sich einfach zeigen, nehmen wir als Beispiel Erika.

Erika ist 78 Jahre alt, ihr Mann war als Prokurist in einem mittelständischen Unternehmen tätig und ist leider schon verstorben, sie selbst hatte als Lehrerin gearbeitet und gemeinsam mit ihrem Mann die Tochter großgezogen. Erika hatte Glück, weil ihre Eltern ihr ein Haus mit zwei Wohnungen vererbt hatten. Das Haus war damals stark renovierungsbedüftig, sie hatte für grobe Arbeiten zwar Handwerker beauftragt, aber selbst auch viel ihrer Zeit geopfert, um die einzelnen Zimmer zu tapezieren, zu streichen usw. 20 Jahren lang wurde ein großer Teil dieser Mieteinnahmen in Aktien und Wertpapiere angelegt. Erika hatte bei einzelnen Aktien manchmal Pech und Verluste gemacht, aber oft genug hatte sie ein glückliches Händchen und konnte ihr Geld so weiter vermehren. Da ihre Tochter kein Interesse hatte, das Haus der Großeltern zu übernehmen, wurde es bereits verkauft und den Verkaufserlös hat die Familie genutzt, damit die Tochter sich mit ihrer Familie ein eigenes Haus bauen konnte.

Aus ihrer Tätigkeit als Lehrerin (allerdings jahrelang in Teilzeit) erhält sie eine Rente von rund 1.400 EUR. Aus der gesetzlichen Witwenrente bekommt sie knapp 2.000 EUR plus noch der Anteil aus der betrieblichen Rente ihres verstorbenen Mannes ergibt rund 3.000 EUR, zusammen mit ihrer eigenen Rente hat sie also Einkünfte aus Rentenzahlungen in Höhe von 4.400 EUR brutto bzw. rund 3.480 EUR netto. Die Einkünfte aus den Kapitalerträgen schwanken, aber meist erhält sie etwa 1.200 EUR. Diese Kapitalerträge werden direkt mit 25 Prozent versteuert. Da sie die Rente für sich mehr als ausreichend empfindet, unterstützt sie mit dem ausgezahlten Geld ihre Enkelkinder und überweist regelmäßig Spenden an das Tierheim und die Kinderhilfe vor Ort.

Wie sieht nun aber die Rechnung nach SAFE aus?

Da Erikas Rente deutlich über der Altersgutschrift von 1.000 EUR liegt, erhält sie keine Altersgutschrift überwiesen. Aber dennoch ändern sich ihre Einkünfte, denn mit SAFE zahlt sie weniger Steuern, so dass ihr Supernetto bei rund 3.930 EUR im Monat liegt – das sind etwa 450 EUR mehr im Monat!

Und als weiterer Pluspunkt: Da Erika verbeamtet war, ist sie nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung der Rentner, sondern privat versichert. Trotz Beihilfe werden für die Versicherung jeden Monat 700 EUR fällig. Das entfällt mit SAFE, denn hier zahlt der Staat pauschal pro Kopf 250 EUR in eine Krankenkasse der eigenen Wahl für eine Basisversorgung. Erika würde sich aber in diesem Fall dafür entscheiden, privat eine Zusatzversicherung abzuschließen, um über die Basisversorgung hinaus gut abgesichert zu sein, so dass letzten Endes 450 EUR pro Monat an Ersparnis zu rechnen sind – mal zwölf Monate sind es dann immerhin 5.400 EUR, die Erika zusätzlich im Geldbeutel hat.

Fazit: Wer als Rentner vermögend ist wie Erika, mag zwar nicht von der Altersgutschrift profitieren, aber es ist deutlich weniger an Einkommensteuer zu zahlen. Und bei der privaten Krankenversicherung spart es am Ende auch noch eine gute Summe ein.