Leseproben zum SAFE-Buch
Hier finden Sie ausgewählte Abschnitte als Leseprobe …
Das Vorwort als Leseprobe
Vorwort
Gelegentlich unterläuft Friedrich Merz eine richtige Aussage.
So am 20. April 2026, als der Bundeskanzler beim Jahresempfang des Bundesverbands deutscher Banken erklärte: „Die gesetzliche Rentenversicherung allein wird allenfalls noch die Basisabsicherung sein für das Alter. Sie wird nicht mehr ausreichen, um den Lebensstandard zu sichern.“ In der ARD-Sendung „Caren Miosga“ vom 25. Oktober 2025 hatte er zuvor schon bekannt: „Ich persönlich befürworte einen Pflichtbeitrag in eine kapitalgedeckte Altersvorsorge.“
Der Befund hinter beiden Aussagen ist derselbe, der auch diesem Buch zugrunde liegt: Der umlagefinanzierte Sozialstaat ist tot.
Ein brutaler Satz, der eine schlichte mathematische Wahrheit zum Ausdruck bringt: Die demografische Realität hat das Fundament des umlagefinanzierten Modells so weit ausgehöhlt, dass es seinen eigenen Voraussetzungen nicht mehr entspricht.
Um nicht missverstanden zu werden – und einige werden mich missverstehen wollen –, lassen Sie mich bitte klarstellen: Auch ich vertrete die Auffassung, dass der deutsche Sozialstaat zweifelsfrei zu den bedeutenden politischen Errungenschaen des 19. und 20. Jahrhunderts gehört. Ihm liegt die große Idee zugrunde, dass wirtschaftliche Freiheit – als Voraussetzung für Wachstum und Wohlstand – und soziale Sicherheit keine Gegensätze darstellen. Unsere Wirtschaftsordnung trägt diese irenische Formel im Namen: Soziale Marktwirtschaft.
Aber so wie der deutsche Sozialstaat, wie wir ihn kennen, Antworten auf die sozialen Fragen des 19. und 20. Jahrhunderts gegeben hat, muss der Sozialstaat der Zukunft Antworten auf die Fragen des 21. Jahrhunderts geben. Und die Fragen des 21. Jahrhunderts unterscheiden sich fundamental von denen seiner beiden Vorjahrhunderte. Jedem, der die Fakten kennt, muss klar sein: Die Fortschreibung eines Modells, das seinen eigenen Voraussetzungen nicht mehr entspricht, wäre der denkbar schlechteste Antwortversuch auf die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft.
Leider geht es in der aktuellen Reformdebatte genau darum. Die Politik spricht – gesinnungsethisch – von Reformen, die das System stabilisieren sollen. Doch Stabilisierung setzt voraus, dass ein System überhaupt noch stabilisiert werden kann. Wenn die mathematische Einsicht lautet, dass es nicht stabilisierbar ist – zumindest nicht, ohne dass es mehr Verlierer als Gewinner produziert – entpuppt sich die gesinnungsethische Reformdebatte, wie wir sie führen, als verantwortungsethischer Irrweg.
Zwei Fragen machen das Dilemma deutlich:
Die erste Frage lautet: Wenn die gesetzliche Rentenversicherung trotz steigender Belastung der Beitragszahler zu immer schlechteren Ergebnissen führt: Mit welcher Rechtfertigung zwingt man 35 Millionen Arbeitnehmer, ihr hart verdientes Geld weiter in dieses Geldvernichtungssystem zu stecken? Die zweite Frage: Warum verweigert man ihnen die Möglichkeit, es stattdessen in Gänze kapitalbildend anzulegen?
Die Antwort auf beide Fragen lautet: Man hat nicht den Ansatz einer Idee, wie eine Exit-Strategie aus dem bestehenden System aussehen kann. Aber ein System, das keine Stabilität bietet, bietet auch keine Sicherheit. Das Erstarken der politischen Ränder ist die unmittelbare Folge der offensichtlichen Sprachlosigkeit der politischen Mitte.
Dieses Buch zeigt mit SAFE den Ausweg, der aus einem vermeintlich unauflösbaren Dilemma ein lösbares Problem macht, indem es Sozialstaat und Steuersystem in einer neuen Formel konsequent zusammenführt. Während die Steuerbasis massiv verbreitert wird, sinken die Belastungen durch Steuern und Abgaben in beispiellosem Umfang. Der Ausstieg aus dem Rentenversicherungssystem wird ohne Kollateralschäden möglich, weil die neue Steuerformel zugleich die notwendigen Spielräume für die Exit-Finanzierung schafft, die derzeit schlicht und einfach nicht existieren.
SAFE ist nicht nur der Masterplan für einen neuen, modernen und krisenfesten Sozialstaat für das 21. Jahrhundert, der weitaus mehr als nur die Rentenfrage beantwortet. SAFE liefert überdies die Handlungsanleitung für den geordneten Ausstieg aus dem bestehenden System und einen neuen Gesellschaftsvertrag.
Das alte System kennt fast nur Verlierer – SAFE fast nur Gewinner.
In diesem Sinne: Es lebe der Sozialstaat. Nur anders.
Jürgen Joost, Mai 2026
Leseprobe aus Kapitel II Abschnitt „Steuer, Arbeit, Familie, Existenz“
Steuern, Arbeit, Familie, Existenz
Das, was die Bürger in ihrem Alltag und ihrer Lebenswirklichkeit unmittelbar betrifft, lässt sich auf vier Kernbereiche verdichten: Steuern, Arbeit, Familie, Existenz.
Diese vier Begriffe stehen nicht nur für wirtschaftliche, sondern auch für soziale und existentielle Sicherheit – für das Vertrauen darauf, das eigene Leben ohne Angst vor dem Absturz gestalten zu können. SAFE ist dafür die Abkürzung und zugleich das Versprechen, das der Staat im Kern einlösen muss, um verlorengegangenes Vertrauen seiner Bürger zurückzugewinnen: individuelle Freiheit und Selbstbestimmung, verlässliche soziale Sicherheit und Wohlstand für breite Schichten.
Die Verbindung von marktwirtschaftlicher Dynamik mit sozialer Sicherheit und realen Aufstiegschancen war einst der Motor des deutschen Wiederaufstiegs. Die Soziale Marktwirtschaft verband Wettbewerb und Gemeinwohl, Freiheit und Verantwortung, Eigentum und soziale Bindung.
Dieses Konzept hat in den vergangenen Jahrzehnten Schaden genommen. Eine zunehmende Verdichtung staatlicher Eingriffe, regulatorischer Detailvorgaben und sozialstaatlicher Einzelansprüche hat die ordnungspolitische Klarheit verdrängt. Statt verlässlicher Rahmenbedingungen dominiert steuernde Detailpolitik, statt Transparenz herrscht Komplexität, statt Eigenverantwortung wächst Abhängigkeit.
Wenn aber ein System seine Dynamik durch Überkomplexität verliert, dann liegt die Lösung nicht in weiteren Korrekturschleifen, sondern in durchgreifender struktureller Vereinfachung.
Leseprobe aus Kapitel III Abschnitt „Der Generationenvertrag ist gekündigt“
Der Generationenvertrag ist gekündigt
Der sogenannte Generationenvertrag ist von uns kollektiv aufgekündigt worden, indem wir seit den 1970er Jahren nicht mehr genügend Kinder bekommen haben. Eine Geburtenrate von 1,35 Kindern pro Frau ist das ultimative Siegel unter diese Kündigung. Jede individuelle Entscheidung zur Anzahl der Kinder ist für sich genommen vollkommen legitim und in keiner Weise zu hinterfragen, zumal in einer freiheitlichen Gesellschaft. Aber wir können keineswegs so tun, als hätten diese Entscheidungen in ihrer Summe keinerlei Konsequenzen. Tatsächlich haben sie einer durch Umlagen auf Arbeitseinkommen finanzierten Alters-, Gesundheits- und Pflegevorsorge dauerhaft die Grundlage entzogen.
Seit über fünfzig Jahren wird versucht, ein strukturell überfordertes Modell mit Anpassungen, Zuschüssen und politischen Beruhigungsformeln über die Zeit zu retten. Ein System, dessen Geschäftsgrundlage entfallen ist, wird durch Schönreden nicht wieder tragfähig.
Die Bismarcksche Sozialgesetzgebung war für eine andere Bevölkerungsstruktur konzipiert, die Rentenreform Adenauers für eine andere Altersstruktur. Beides trägt unter den Bedingungen des 21. Jahrhunderts nicht mehr.
Ob es uns passt oder nicht – wir müssen uns von den alten, morschen Sozialstaatsstrukturen verabschieden, bevor sie zusammenbrechen und wir unter den Trümmern erschlagen werden.
Weil der alte Vertrag hinfällig geworden ist, brauchen wir einen neuen. Nicht als moralische oder rhetorische Geste, sondern als neues institutionelles Fundament eines zukunsfähigen, von der Demografie weitestgehend unabhängigen Sozialstaats.
Leseprobe aus Kapitel VI Abschnitt „Die fehlende Idee für den Renten-Exit“
Die fehlende Idee für den Renten-Exit
Manche Politiker haben die Situation erfasst und weisen zu Recht darauf hin, dass die gesetzliche Rente zukünftig allenfalls noch zur Basisabsicherungen ausreichen wird. Im Gegensatz zur reflexartigen Empörung auf derartige Äußerungen beruht diese Einschätzung auf einer ebenso einfachen wie rationalen Erkenntnis: Wenn die Menge der Einzahler abnimmt und die der Auszubezahlenden steigt, blutet jedes Schneeballsystem aus. Allerdings sollte man es dann auch konsequenterweise beenden.
Ein Weitermachen ist ebenso irrational, wie die Forderung, Arbeitnehmer müssten zur Altersvorsorge zugleich weiter Geld in das gescheiterte System einzahlen und zusätzlich in eigener Verantwortung kapitalgedecktes Vermögen aufbauen. Es ist hinreichend dargelegt, dass jeder Cent, der in das bestehende Rentensystem hinein- und sofort wieder hinausfließt, viel besser in einen kapitalbasierten individuellen Vermögensaufbau gesteckt würde.
Der Gedanke, das Umlageverfahren unbeirrt fortzuführen und obendrein von den Arbeitnehmern zu verlangen, aus dem verfügbaren Einkommen nennenswerte Kapitalanlagen zu tätigen, trägt allenfalls so lange, bis er auf die Lebenswirklichkeit des Beziehers eines kleinen oder mittleren Einkommens trifft. Angesichts deutlich gestiegener Kosten fürs Wohnen und den täglichen Lebensunterhalt wird dieser die Frage stellen: „Wovon denn bitte?“
In Ballungszentren mit hohen Wohn- und Lebenshaltungskosten gilt diese Frage nicht nur für kleine und mittlere Gehälter, sondern durchaus auch oberhalb des Median-Einkommens.
Natürlich muss die Altersvorsorge sofort von der umlagefinanzierten Rente auf individuelle Kapitaldeckung plus steuerfinanzierte Basisabsicherung umgestellt werden. Alles andere ist staatlich verordnete Vermögensvernichtung im großen Stil.
Wenn die gesetzliche Rentenversicherung also trotz steigender Belastung von Beitrags- und Steuerzahlern nachweislich zu immer schlechteren Ergebnissen führt – warum hält die Politik zum Schaden von 35 Millionen Arbeitnehmern weiter an ihr fest?
Diese Frage darf einen an der Politik zusehends (ver)zweifelnden Bürger durchaus umtreiben. Unter der berechtigten Annahme, dass jeder der Verantwortlichen die demografischen Fakten kennt und auf dem bereits zitierten sauerländischem Volksschulniveau rechnen kann, gibt es nur eine plausible Antwort:
Man hat nicht den Ansatz einer Idee, wie man aus der Nummer herauskommen soll. Wenn von heute auf morgen die Beitragszahlungen ausbleiben, wie bezahlt man dann die bestehenden Renten und Rentenansprüche?
Innerhalb der Gedankenlogik des bestehenden Systems gibt es dafür tatsächlich keinen Ausweg. Wenn man das geistige Hamsterrad verlässt, in dem sich die Politik insgesamt, ein überwiegender Teil der Experten und große Teile der Medien derzeit durchaus bemüht, aber leider auch vergeblich abstrampeln, sehr wohl.
Wie der längst überfällige Ausstieg aus dem nicht mehr tragfähigen Umlagesystem und die gleichzeitige Finanzierung des Übergangs bei einem Wechsel zu SAFE gelingt, zeigt der nächste Abschnitt (Anmerkung: im Buch wäre das der Abschnitt Zusammenfassung der Exit-Strategie bei SAFE).
Leseprobe aus Kapitel XII Abschnitt „SAFE ist Bauhaus“
SAFE ist Bauhaus
Kaum ein Bereich staatlicher Ordnung greift so tief in das Leben der Bürger ein wie das Steuerrecht. Und kaum ein Bereich ist zugleich so unübersichtlich geworden. Steuerklassen, Tarifzonen, Freibeträge, Pauschalen, Sonderabzüge, Splittingeffekte und sozialrechtliche Wechselwirkungen bilden heute ein Geflecht, das selbst viele Fachleute nur mit Mühe vollständig durchdringen.
Das Problem liegt dabei nicht nur in der Höhe der Belastung. Das eigentliche Problem liegt in der Struktur. Über Jahrzehnte wurden immer neue politische Ziele, Ausnahmen und Korrekturen in dasselbe System hineingeschrieben. Was einmal als Einkommensteuer begann, ist heute ein Gemisch aus Besteuerung, Sozialausgleich, Familienförderung, Sonderentlastung und Detailsteuerung.
Der Staat nimmt Einkommen an einer Stelle weg, um es an anderer Stelle nach anderen Regeln und über andere Behörden und nach Abzug erheblicher Bürokratiekosten teilweise wieder zurückzugeben. Für den Bürger wird damit immer weniger sichtbar, was eigentlich Steuer ist, was sozialer Ausgleich und was bloß Folge eines historisch überwucherten Systems.
SAFE beendet die Überkomplexität und führt das Steuersystem ebenso wie den Sozialstaat auf das funktional zwingend Notwendige zurück. Die klare und einfache Grundlogik des Modells ist bekannt: N = B (1-T) + G. Belastung und Entlastung stammen aus einem System. Der Verwaltungsaufwand wird radikal minimiert.
Um im architektonischen Bild zu bleiben: Der heutige Steuer- und Sozialstaat entspricht dem Labyrinth des Minotaurus, wobei das innewohnende Ungeheuer in diesem Fall das Bürokratiemonster ist.
SAFE hingegen ist Bauhaus. Die verbleibende Bürokratie ist auf das Netz einer Winkelspinne reduziert.
Leseprobe aus Kapitel XVII Abschnitt „Es reicht“
Es reicht
Am Ende dieses Buches steht keine technische Frage mehr. Es geht nicht mehr um einzelne Beitragssätze, um Zuständigkeiten, um ein weiteres Gutachten oder um die nächste Kommission. Es geht um die Grundsatzfrage, ob Deutschland bereit ist, den Bauplan eines effizienten Steuer- und Sozialstaats für das 21. Jahrhundert umzusetzen.
In den vorhergehenden Kapiteln ist ausführlich dargelegt worden, warum der deutsche Sozialstaat in den bestehenden Strukturen nicht mehr tragfähig ist. Nicht, weil soziale Sicherheit ein falsches Ziel wäre oder Solidarität mit den Schwachen der Gesellschaft nicht mehr zählte. Sondern weil die Instrumente, mit denen diese Ziele verfolgt werden, überholt, überkomplex und nicht mehr tragfähig sind.
Der Befund ist eindeutig:
Ein System, das immer höhere Lasten abverlangt, aber selbst immer weniger zu leisten imstande ist, hat seine Grenze erreicht.
Ein System, das auf immer weniger Schultern immer mehr Gewicht lädt, ist nicht gerecht, sondern unfair.
Ein System, das Arbeit verteuert, Vermögensbildung erschwert, Familien strukturell benachteiligt, die junge Generation überfordert und den Bürger im Zweifel zum Bittsteller macht, ist nicht menschenfreundlich, sondern bürgerfeindlich.
Ein System, das nur noch durch immer neue Zuschüsse, Schulden, Umverteilungen und bürokratische Verrenkungen notdürftig zusammengehalten werden kann, ist nicht gesund, sondern sterbenskrank.
Der sogenannte „Generationenvertrag“ ist nicht reformiert, nicht erweitert, nicht modernisiert, sondern über volle fünf Jahrzehnte hinweg politisch verbraucht worden. Seine reale Grundlage ist entfallen. Zu wenige Kinder, zu viele Lasten, zu wenig Mut zur Wahrheit, zu viel organisierte Verantwortungslosigkeit.
Man hat den Bürgern Beruhigungspillen gereicht, anstatt ihnen reinen Wein einzuschenken. Man hat so getan, als ließe sich ein strukturelles Problem mit kosmetischen Korrekturen lösen. Man hat schöngeredet, verschoben, verdeckt, umetikettiert und vertagt. Man hat Illusionen genährt, um die eigene Konzeptund Ideenlosigkeit zu übertünchen. Aber man hat nicht gehandelt. Damit muss Schluss sein.
Das Buch ist überall im Buchhandel erhältlich – und natürlich auch als E-Book! Die Bestelldaten sind:
Jürgen Joost
Der Sozialstaat ist tot. Es lebe der Sozialstaat.* … *aber anders
SAFE: Der neue Gesellschaftsvertrag für Freiheit, Sicherheit und Wohlstand
ISBN: 978 3696 379704
24,90 EUR (Paperback)
12,99 EUR (E-Book)
